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Garcia Favorit, Chernova trifft in Ratingen auf Schwarzkopf und weitere starke Deutsche – IAAF World Combined Events Challenge

Lilli Schwarzkopf on way to win in Ratingen (Getty Images)Lilli Schwarzkopf on way to win in Ratingen (Getty Images) © Copyright

spielt wiederum die entscheidende Rolle in der Vergabe der Mehrkampf-Startplätze für die 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin (15. bis 23. August).

An diesem Sonnabend und Sonntag findet die 13. Auflage des Erdgas Mehrkampf-Meetings statt, das zur IAAF World Combined Events Challenge gehört. Während es für die deutschen Athleten um Tickets nach Berlin geht, könnte der Zehnkampf-Sieger wieder aus Kuba kommen. Yordani Garcia, der sich vor kurzem auf 8.496 Punkte steigerte, ist der Favorit in Ratingen. Das liegt auch daran, dass Deutschlands neue Hoffnung, Michael Schrader, nicht starten wird und sich stattdessen voll auf die WM-Vorbereitungen konzentriert.

Im Siebenkampf trifft die Olympia-Dritte Tatyana Chernova (Russland) auf eine Gruppe starker Athletinnen aus Deutschland. Voraussichtlich fünf von ihnen werden um die drei WM-Tickets kämpfen. Darunter ist die Titelverteidigerin in Ratingen: Lilli Schwarzkopf könnte am Sonnta mit einem Sieg sogar einen Hattrick schaffen. Die 25-Jährige hatte 2008 bei diesem Meeting ihre persönliche Bestleistung von 6.536 Punkten aufgestellt.

Seit Michael Schrader Ende Mai in Götzis sensationell gewann und dabei 8.522 Punkte sammelte, mit denen er nach wie vor die Jahresweltbestenliste anführt, mussten die deutschen Zehnkämpfer zwei Rückschläge hinnehmen: Sowohl André Niklaus (Fußprobleme) als auch Arthur Abele (Schambeinverletzung) beendeten verletzungsbedingt die Saison.

Neben Michael Schrader, dem aufgrund seiner Punktzahl das Berlin-Ticket nicht zu nehmen ist, haben zurzeit Pascal Behrenbruch (8.374 in Götzis) und Norman Müller (8.272) die besten Karten für die WM. Doch es gilt die Regelung, dass der beste Deutsche in Ratingen automatisch nominiert wird, sollte er über der WM-Norm liegen (8.000 Punkte). Das wiederum könnte für Jacob Minah (bisher 7.991 Punkte) oder Lars Albert (7.903) eine Chance für eine Überraschung sein.

Ende Mai in Götzis lag Tatyana Chernova direkt hinter den deutschen Lilli Schwarzkopf, Julia Mächtig und Jennifer Oeser auf Platz sieben. Kann die Russin das in Ratingen drehen? Für die deutschen Mehrkämpferin ist ihr Start eine willkommene Herausforderung.

Auf die Frage, was er in Ratingen erwartet im Hinblick darauf, dass Sonja Kesselschläger und Christine Schulz in den Qualifikationskampf eingreifen werden, antwortete der Siebenkampf-Bundestrainer Klaus Baarck: "Ich erwarte in Ratingen einen heißen Kampf, denn die drei WM-Startplätze sind noch nicht vergeben. Natürlich spricht im Augenblick einiges für Lilli, Jennifer und Julia. Aber die anderen beiden werden um ihre Chance kämpfen. Sonja Kesselschläger war eine Woche vor Götzis mit dem Sprungfuß umgeknickt. Der Fuß war dick, ein Start dadurch unmöglich – das war bitter. Aber jetzt ist der Fuß wieder in Ordnung, sie konnte gut trainieren und wir haben dabei auch Sprünge getestet. Für Sonja wird es natürlich nicht einfach, denn sie muss aufgrund der Götzis-Resultate zumindest über 6.320 Punkte erreichen, also ihre persönliche Bestleistung von 6.311 übertreffen. Aber sie hat mich schon im vergangenen Jahr in Ratingen überrascht. Sonja ist eine Kämpferin und hat Routine. Christine Schulz laborierte bereits im Vorfeld von Götzis an einem Rückenproblem. Ich kann nicht genau sagen, wie die aktuelle Situation ist. Sie wird auf jeden Fall antreten. Christine hatte vor ihrem Ausscheiden in Götzis überraschend gute Leistungen am ersten Tag gezeigt. Aber man kann das nicht so einfach hochrechnen. 6.300 Punkte, das ist schon etwas – diese Zahl zu erreichen, ist nicht so einfach. Sonja und Christine stehen natürlich in Ratingen unter Druck, wobei die Erfahrung hier eher für Sonja spricht."