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Garcia und Oeser führen nach dem ersten Tag in Ratingen – IAAF World Combined Events Challenge

Jennifer Oeser in Ratingen (Getty Images/Bongarts)Jennifer Oeser in Ratingen (Getty Images/Bongarts) © Copyright

Yordani Garcia und Norman Müller dominierten den ersten Tag des Zehnkampfes beim 13. Erdgas-Meeting in Ratingen, das zur IAAF World Combined Events Challenge gehört. Der Kubaner sammelte 4.336 Punkte und führt nach fünf Disziplinen. Er sorgte mit einem 100-m-Sprint in 10,68 Sekunden sowie einem 2,08-m-Hochsprung für die Höhepunkte des ersten Tages. Dicht hinter ihm liegt der beste Deutsche: Norman Müller hat bisher 4.300 Zähler.

Bei den Frauen hat Jennifer Oeser einen vergleichsweise deutlich größeren Vorsprung. Im Siebenkampf hat sie nach vier Disziplinen 3.802 Punkte. Die 25-jährige Leverkusenerin hat traditionell einen starken ersten Tag. Tatyana Chernova (Russland) ist Zweite mit 3.621 Zählern, die deutsche Titelverteidigerin Lilli Schwarzkopf belegt Rang drei (3.589).

Das Wetter war am Sonnabend nicht ideal. Starke Regen störte den Hochsprung der Frauen als auch den Weitsprung der Männer. Nach rund einer Stunde war zwar alles wieder trocken, doch der Wind blieb problematisch.

Nur 36 Punkte hinter Yordani Garcia rangiert Norman Müller nach dem ersten Tag. Er hatte einen guten Start mit 10,91 Sekunden über 100 m, 7,47 m (Weitsprung) und 15,27 m (Kugel) und führte vor dem Hochsprung. Auch hier lag er dann mit 2,02 m sehr nahe an seiner persönlichen Bestleistung  (2,03), konnte aber nicht mit der Sprungkraft von Garcia mithalten. „Über 400 Meter hätte ich besser laufen können. In Götzis bin ich zu schnell angegangen und hinten heraus gestorben. Dieses Mal bin ich langsamer losgelaufen, aber es war am Ende zu langsam“, sagte Norman Müller, der nach 48,95 Sekunden im Ziel war. „Aber ich hatte einen guten ersten Tag und freue mich auf den zweiten“, erklärte Müller, der den dritten Weitsprung-Versuch im Regen ausgelassen hatte, weil ihm das Verletzungsrisiko zu groß war.

Nils Büker ist nach dem ersten Tag überraschend Dritter mit 4.135 Punkten (10,78 / 7,51 / 13,35 / 1,93 / 49,05), der Hallen-Europameister Mikk Pahapill (Estland) belegt Platz vier mit 4.100 Zählern (11,07 / 7,55 / 14,74 / 1,96 / 51,04).

“Normans Leistung hat mich nicht überrascht, denn er war schon in Götzis stark. Und nach diesem Meeting war er in der Vorbereitung auf Ratingen auch nicht zu müde. Es ist ein guter, harter Test für die WM, wenn er auch hier wieder eine gute Leistung bringt“, sagte Claus Marek, der Cheftrainer der deutschen Zehnkämpfer, der auch die Elitefelder in Ratingen zusammenstellt.

Jennifer Oeser hatte den Siebenkampf mit der schnellsten 100-m-Hürdenzeit ihrer Karriere begonnen: 13,36 Sekunden, die allerdings von einem Rückenwind von 2,9 m/sec begünstigt wurden. Sie machte dann mit 1,81 m im Hochsprung weiter und erzielte 14,17 m im Kugelstoßen, wobei sie ihre Bestmarke nur um vier Zentimeter verpasste. Auch die 200-m-Zeit von 24,48 war dicht am persönlichen Rekord (24,32).

„Jetzt hoffe ich, dass ich beste Deutsche sein werde und vielleicht sogar die Gesamtwertung gewinnen kann“, sagte Jennifer Oeser. Nicht zufrieden war Lilli Schwarzkopf: „Meine Form ist nicht so gut wie sie sein sollte“, erklärte die Titelverteidigerin. Sonja Kesselschläger (3.549) und Julia Mächtig (3.547) liegen zurzeit auf den Plätzen vier und fünf.