General News 23. August 2009

Jamal nach Titelverteidigung glücklicher als in Osaka

(L-R) Lisa Dobriskey of Great Britain & Northern Ireland, Maryam Jamal of Bahrain and Natalia Rodriguez of Spain racing towards the finish line in the women's 1500m final in the Berlin Olympic Stadium (Getty Images)(L-R) Lisa Dobriskey of Great Britain & Northern Ireland, Maryam Jamal of Bahrain and Natalia Rodriguez of Spain racing towards the finish line in the women's 1500m final in the Berlin Olympic Stadium (Getty Images) © Copyright

23. August 2009BerlinZweite zu werden und keine Ehrenrunde zu laufen, das scheint eine unbefriedigende Art und Weise zu sein, wenn man am Ende doch Gold gewonnen hat. Keine Siegpose beim Erreichen des Ziels, keine Nationenflagge zum Jubeln - doch Maryam Yusuf Jamal (Bahrain) sieht das nicht so tragisch. Nachdem sie ihren 1.500-m-Titel bei den 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften auf ungewöhnliche Weise verteidigt hatte, sagte sie sogar: "Ich freue mich mehr über das Gold als in Osaka."

Die 24-jährige Läuferin, die aus Äthiopien stammt, wurde aufgrund der Disqualifikation der Spanierin Natalia Rodriguez nachträglich zur Siegerin erklärt. "Was die Spanierin gemacht hat, war falsch und sie wurde richtigerweise disqualifiziert. Aber das schmälert nicht meinen Sieg. Ich bin sicher, dass wenn sie nicht durch die Innenbahn gekommen wäre und uns damit geschnitten hätte, dann hätte ich trotzdem gewonnen", sagte Jamal.

Maryam Yusuf Jamal hieß als Äthiopierin noch Zenebech Tola. Sie kommt aus der Provinz Arsi und wuchs im gleichen Ort auf, aus dem Haile Gebrselassie stammt. "Wie alle Mädchen und Jungen aus Arsi wollte auch ich so werden wie Haile", sagt Jamal. Wie ihr Vorbild entwickelte sie ihre Ausdauer zunächst, weil sie zur Schule rennen musste. Die Distanz betrug 16 Kilometer. "Manchmal mussten wir rennen, wenn wir zu spät dran waren."

Als junge Athletin versuchte sie sich auch als Sprinterin und sogar Hochspringerin, aber die Mittelstrecken wurden dann ihre Events. Sie startete schließlich für den Muger Club in Addis Ababa, dessen Mitglied auch Kenenisa Bekele ist.