17 JUN 2009 General News 17. Juni 2009

Bolt mit etwas zu viel Wind 9,77 in Ostrava, Melkamu stark, Obergföll überzeugt

Usain Bolt cruises through the first round of the 100m in Beijing (Getty Images)Usain Bolt cruises through the first round of the 100m in Beijing (Getty Images) © Copyright

17. Juni 2009Ostrava, Tschechische Republik – Usain Bolt hatte "eine gute Zeit" angekündigt. Der Jamaikaner hat sein Versprechen beim 48. Golden Spike-Meeting in Ostrava am Mittwochabend (17. Juni) gehalten. Nach 9,77 Sekunden war Usain Bolt im Ziel des 100-m-Rennens, jedoch kann die Zeit nicht als Jahresweltbestzeit anerkannt werden, da der Rückenwind minimal über dem Limit lag (2,1 m/s).

"Das war wahrscheinlich mein zweitschlechtester Start überhaupt", sagte Usain Bolt nach dem Rennen, in dem er bei der Hälfte erst auf Platz drei oder vier lag. Doch dann war der Weltrekordler nicht mehr zu halten.

"Ich sah, dass ich zurücklag und da ich heute wirklich schnell laufen wollte, habe ich alles gegeben, um nach vorne zu kommen. Ich bin immer gut in der zweiten Hälfte und heute kam ich in diesem Abschnitt wieder ins Rennen", erklärte Usain Bolt. "Das gibt mir Selbstvertrauen für die jamaikanischen Trials."

Ein Jahr nach seinem Weltrekordrennen von Ostrava siegte Olympiasieger Dayron Robles erneut über 110 m Hürden. Der Kubaner stellte mit 13,04 Sekunden eine Jahresweltbestzeit auf.

In einem spannenden Speerwurf-Wettkampf mit allen drei olympischen Medaillengewinnerinnen setzte sich am Ende die Zweite von Peking durch: Maria Abakumova (Russland) warf 66,89 m. Christina Obergföll schaffte einen Achtungserfolg, indem sie im letzten Durchgang Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechische Republik) noch von Platz zwei verdrängte. Die deutsche Olympia-Dritte warf 66,88 m.

Nur drei Tage nach ihrem beeindruckenden 10.000-m-Rennen von Utrecht, wo Meselech Melkamu mit 29:53,80 Minuten die zweitschnellste je gelaufene Zeit erzielt hatte, stellte die Äthiopierin auch über 5.000 m eine Jahresweltbestzeit auf. Im Wechsel mit der Kenianerin Linet Masai bestimmte Meselech Melkamu das Tempo in dem schnellen Rennen. Am Ende verfügte die 24-jährige Äthiopierin über das etwas bessere Spurtvermögen und gewann in 14:34,17 Minuten knapp vor der erst 19-jährigen Masai (14:34,36). Dritte wurde mit Vivian Cheruiyot (14:38,26) eine weitere Kenianerin. „Das war drei Tage nach dem 10.000-Meter-Lauf ein sehr hartes Rennen für mich, ich bin jetzt sehr müde“, erklärte Meselech Melkamu und fügte hinzu: „Ich hatte sehr gut trainiert und war entsprechend vorbereitet.“

Dire Tune (Äthiopien) verpasste bei einer Weltrekordjagd über die selten gelaufene 20.000-m-Distanz die Bestmarke von Tegla Loroupe (Kenia) nur ganz knapp. Die 24-Jährige erreichte die 20-km-Marke auf der Bahn nach 1:05:35,3 Stunden und erzielte damit die zweitschnellste je gelaufene Zeit. Lediglich knappe neun Sekunden fehlten zum Weltrekord von Tegla Loroupe, die vor neun Jahren in Borgholzhausen 1:05:26,6 gelaufen war.

Im vergangenen Jahr hatte Dire Tune in Ostrava einen Weltrekord im Stundenlauf aufgestellt. Damals erreichte sie 18.517 Meter. Auch diese Marke versuchte sie am Mittwoch quasi nebenbei zu verbessern. Doch hier fehlten ihr 215 Meter (18.302 m).

Zweite über 20.000 m war die Kenianerin Leah Malot in 1:10:35,0 Stunden.